Frankreich
Über das Zentralmassiv ans Mittelmeer.
Frankreich ist aufgrund seiner Vielfalt ein tolles Reiseziel. Beeindruckende Landschaften, kulturelle Highlights und sehr hundefreundlich. Franzosen sind sehr offen und freundlich und sind gerne bereit, Fremde in ihren Freundeskreis aufzunehmen. Frankreich ist ein Top-Reiseziel für Wohnmobilisten, da es eine hohe Dichte an oft kostenlosen oder günstigen Stellplätzen bietet. Das Umfahren von der mautpflichtigen Autobahn über die gut ausgebauten Landstraßen sind besonders für Wohnmobilisten, die mehr von der Landschaft sehen möchten, Ideal.
In der Hochsaison empfinden wir Frankreich, z.B. am Atlantik, oftmals überfüllt, zu viel Tourismus auf einem Haufen. Es empfehlen sich Reisen in der Nebensaison.
Die Côte d'Azur hat eine azurblaue Küste, doch die Schattenseite sind viele Menschen und hohe Preise. Die Küste ist stark zugebaut und im Sommer durch Massentourismus überlaufen. Wir fahren schnell weiter in die Provence, das Hinterland der Côte d'Azur.
Die französische Küche ist nicht mehr das, was sie mal war. Oft gibt es vorgefertigtes Essen. Die Esskultur hat sich gewandelt und Pizza ist mittlerweile sehr populär. Baguette war nie so fade wie heute. Deshalb wird in Frankreich immer weniger Baguette gegessen. Das hängt oft mit der Verbreitung von billiger Massenware zusammen. Aldi und Lidl expandieren stark in Frankreich.
Zentralfrankreich ist stark landwirtschaftlich geprägt. Es gibt weniger Auslaufwege für Hunde. Durch die großen Äcker gibt es wenige Feldwege.
In Frankreich gibt es viele „Vollzeit-Vanlifer“, sowohl als Lebensstil als auch aus wirtschaftlichen Gründen. Wir trafen viele „echte“ Vanlifer auf Womo-Stellplätzen. Auf einem Stellplatz war ein Münzbehälter einer Stromsäule aufgebrochen. Ein Vanlifer hat die Chetoni die unten im Schacht lagen wieder oben in den Münzeinwurf gesteckt. Wir sollten uns dann bei ihm einstecken :o)
Bei einem anderen Vanlifer war das Gas leer und er hat bei uns seinen Kaffee gekocht. Vanlifer helfen sich gegenseitig aus und die Hilfsbereitschaft ist groß.
Fazit: Frankreich ist immer eine Reise wert.
Diese gespannte Erwartungshaltung…
Das vergessene Dornröschenschloss
Versteckt in Zentralfrankreich liegt das Château „Secret“. Hinter seinen Mauern verbergen sich unzählige Schlafzimmer, prachtvolle Räume und eine Bibliothek. Spinnweben, Staub, Stille und bröckelnde Schönheit haben hier die Zeit übernommen.
Der jahrelange Leerstand hat Narben hinterlassen. Und doch liegt über allem eine besondere Atmosphäre - melancholisch und gleichzeitig voller Würde.
Lange war das Château Secret ein unerreichter Traum, ein fester Punkt auf unserer Urbex-Liste. Nach mehreren gescheiterten Versuchen hatten wir doch noch das Glück reinzukommen.
Die Besitzer des Châteaus sind ein Indonesisches Ehepaar, die das Château schon vor vielen Jahren gekauft und nur einmal zur Übergaben da gewesen sein sollen. Es hat sich inoffiziell ein Verein das Château gesichert, was dieser streng genommen so eigentlich gar nicht dürfte, da es ja offizielle Besitzer gibt, die nur nicht erreichbar sind, da sie in Indonesien leben.
Der Verein ist nicht mehr aktiv. Eine Privatperson hat die Überwachung per Kamera übernommen. Vielleicht hoffte sie, dass der Staat das Château übernimmt. Aufgrund der großen Menge an Schlössern und historischen Bauwerken kann der Staat die Schlösser nicht retten. Dies führt zu einer Zunahme von verfallenen Schlössern, die zum Verkauf stehen.
Die Feuchtigkeit ist eine der Hauptursachen für den Verfall des Châteaus.
Ein witziges Erlebnis hatten wir 2024 am Château Secret, als jemand von der Sicherheitsfirma durch eine Überwachungskamera mit uns gesprochen hat. Wir fragten, ob wir Bilder machen dürfen. „Yes, but not go in“ und der Sprecher hat uns noch „Merry Christmas“ gewünscht :o)
Die Überwachungskameras sind jetzt vermutlich abgeschaltet.
Eine Überwachungskamera mit Solarpanel hat durch unsere Bewegung ein akustisches Signal ausgelöst, aber wir denken nicht, dass eine Benachrichtigung gesendet wurde. Wir vermuten, das Château wurde aufgegeben. Wenn sich das in der Szene rumspricht, wird es überrannt werden und der Vandalismus nimmt zu.
Etwas Geschichte zu dem Château
Bekannt als Château Secret, wurde diese historische Burg im südlichen Zentralmassiv im 16. Jahrhundert erbaut. Das Château wurde über Generationen weitergegeben. Heute ist es ein verlassenes und verfallendes Château, in dem die Zeit stehen geblieben ist und die Einrichtung unberührt zurückgelassen wurde,
Die Wurzeln dieses atemberaubend schönen "geheimen" Schlosses im Herzen des Zentralmassivs, reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück und das Schloss wurde nach seiner Aufgabe durch seine Besitzer im Jahr 2017 zu einem echten Favoriten bei den Urbexern.
Wenn man sich dem Märchenschloss nähert, fällt auf, dass die beiden runden Türme und die verbindende Bogengalerie links älter wirken als der Rest des Anwesens. Sie wurden bereits im 15. Jahrhundert vom namensgebenden ersten Besitzer, dem Adligen Robert de la Chasseigne, erbaut und sind alles, was vom ursprünglichen Schloss erhalten geblieben ist.
Im Jahr 1789 soll das Anwesen an die de Montrichards übergegangen sein, eine der ältesten noch existierenden blaublütigen Familien Frankreichs, nachdem eine Nachfahrin von Robert de la Chasseigne, Graf Gabriel-Étienne de Montrichard heiratete, der ein ranghoher General in der Armee von König Ludwig XVI war.
Trotz des Beginns der Französischen Revolution gelang es dem Grafen der Guillotine zu entkommen und er durfte sein Land behalten. Leider starb er jedoch 1799 im Alter von nur 44 Jahren. Sein Erstgeborener, Louis-Henri, erbte das Schloss, das später an seinen ältesten Sohn Armand überging.
Im Jahr 1868 soll Graf Armand de Montrichard zwei weitere Familiengüter verkauft und die Erlöse in eine massive Erweiterung des Château de la Chasseigne im königlichen Neorenaissance-Stil investiert haben.
Die imposante Eingangshalle ist mit massivem Stein verkleidet und verfügt über einen beeindruckenden Mosaikboden, beherrscht von einer majestätischen Treppe aus massivem Eichenholz. Abgesehen von wenig Graffiti und einer zerrissener Tapete ist der Raum bemerkenswert gut erhalten. Es gibt kaum Vandalismus.
Tatsächlich ist ein Großteil des Grundstücks in einem ordentlichen Zustand, obwohl Dach und Rohrleitungen eine umfassende Überholung benötigen, das burgundische Steinmauerwerk neu verfugt werden muss und es an einigen Stellen Trockenfäule gibt.
Wenn man den großen Salon betritt, der sich direkt rechts von der Eingangshalle befindet, ist man von den kunstvollen klassizistischen Wandvertäfelungen und Pilastern beeindruckt, die dem Raum eine palastartige Atmosphäre verleihen - leider beginnt in diesem Raum inzwischen die Decke zu bröckeln und herabzufallen.
Nach dem Tod von Graf Armand de Montrichard im Jahr 1875 blieb das Anwesen weitere vier Generationen im Familienbesitz.
Das letzte Mitglied der Familie, die das das atemberaubende Schloss besaß, war Graf Philippe de Montrichard, der sicher viele Gourmetmahlzeiten im eleganten Speisesaal genossen hatte.
Vermutlich konnte er mit der Wartung nicht Schritt halten und verkaufte das Anwesen Berichten zufolge 2003 an einen örtlichen Architekten, der ein Restaurierungsprojekt startete und die Zimmer mit gebrauchten Möbeln füllte.
Hinter der Eingangshalle befindet sich eine Tür, die in die prächtige Familienkapelle führt. Atemberaubende Buntglasfenster tauchen das Heiligtum in ein wunderbares, mehrfarbiges Licht.
Die treu katholischen Montrichards zählen Kanoniker, Äbte, Äbtissinnen und einen Erzbischof zu ihrer Familie, so dass es naheliegend ist, dass die Kapelle einer der bestausgestatteten Räume des Schlosses ist.
Der nächste Raum, in den man kommt, ist die Küche. Wie ein Eintritt in eine Zeitschleife wirkt der Raum, als wäre er seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr modernisiert worden.
Alte Kupfer-, Gusseisentöpfe und Pfannen hängen an den Wänden, die Arbeitstische wirken mindestens hundert Jahre alt und der Ofen ist eine wahre Antiquität. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie die Diener „herumhuschten“.
Weiter geht es zu einem der runden Turmräume des Schlosses, die direkt aus einem Märchen stammen könnten.
Ein Schlafzimmer mit einem Schlittenbett und einem einfachen Stuhl eingerichtet und einer Tapete, die aussieht wie Retro. Abgesehen von einigen kleinen kosmetischen Problemen ist der Raum in überraschend gutem Zustand.
Abgesehen von den knarrenden Dielen hat die Eichentreppe über die Jahre sehr gut gehalten - ein Beweis für ihre Qualität und robuste Bauweise.
Zurück zur Hintergrundgeschichte des Schlosses: Gerüchten zufolge verkaufte der Architekt, der es 2003 kaufte, die Immobilie 2017 für nur einen Euro an zwei indonesische Immobilieninvestoren - wahrscheinlich unter der Bedingung, dass sie die Restaurierung abschließen würden.
Es heißt, die ausländischen Investoren hätten die Immobilie nur einmal besucht, um die entsprechenden Verkaufsdokumente zu unterschreiben. Laut Einheimischen wurde seitdem nichts mehr von ihnen gehört. In der Zwischenzeit sollen die Steuern und andere Abgaben, die sie auf das Grundstück schulden, nicht bezahlt worden sein.
Die Treppe hinauf gelangt man zum Hauptpodest im Erdgeschoss.
Neben der Haupt-Eichentreppe gibt es im Schloss mehrere weitere Treppen, darunter eine, die wahrscheinlich von den Bediensteten genutzt wurde.
Der nächste Raum, den wir beteten, ist die Bibliothek. Rätselhafterweise stehen sechs antike Nähmaschinen zwischen den Bücherregalen und eine große Sammlung historischer Bücher.
Im Jahr 2020 erregte das Anwesen die Aufmerksamkeit von vier jungen Menschen, eine ehrenamtliche Organisation, die die Vereinigung Freunde von La Chasseigne gründeten, die sich dem Schutz, der Pflege und der Restaurierung widmeten, um das Schloss zu retten.
Das Hauptschlafzimmer, das von Schimmel befallen ist erfordert eine gründliche Sanierung.
2021 startete die Gruppe eine Kampagne, in der sie die Behörden aufforderte, das Grundstück zu beschlagnahmen und entwickelte sogar einen Plan, es in eine Wohngenossenschaft und ein Restaurant umzuwandeln. Bis 2024 hatte die Petition jedoch nur etwas mehr als die Hälfte der benötigten 1.000 Unterschriften gesammelt.
Das Projekt, bei dem das Hauptschlafzimmer und andere Räume in ihren früheren Glanz zurückversetzt werden, sollte durch Crowdfunding finanziert und mit Blick auf eine breite Nutzung umgesetzt werden.
Seit dem Auftauchen der Urbexer wurden einige abwegige Behauptungen über die Vergangenheit verbreitet. Zum Beispiel sagte ein Tik-Tok-er sogar der New York Post, das Schloss sei einst Heimat eines norwegischen Opfers der Titanic-Katastrophe gewesen.
Als Nächstes kommen wir zu einem Raum, der wie das Arbeitszimmer aussieht, das aber höchstwahrscheinlich während eines Großteils seiner Existenz als Schlafzimmer diente.
Wie die meisten Zimmer verfügt es über einen Marmorkamin und andere feine, dekorative Details und befindet sich in einem recht guten Zustand.
Anschließend gelangt man in ein kleineres Schlafzimmer. Der Kamin in diesem Raum wurde rosa gestrichen, um zur Einrichtung zu passen. Wenn man sich umschaut, erkennt man Probleme mit Trockenfäule und durch den auf dem Bett verstreuten Schmutz sieht es so aus, als würde der Putz an der Decke abfallen.
Der Spiegel über dem Kamin war verschoben und enthüllte einen geheimen Raum, der früher zum Verstecken von Wertgegenständen genutzt werden konnte.
Die Turmbibliothek ist von der Hauptbibliothek über eine Wendeltreppe zugänglich. Sie ist in einem wirklich schlechten Zustand, mit einem klaffenden Loch in der Decke und anderen gravierenden Problemen, die schnell behoben werden müssten.
Leider haben die alten Bücher den Punkt der Möglichkeit des Erhalts überschritten. Die Bücher sind teilweise so weit verfallen, dass sie nicht mehr gelesen werden können.
Es war eine unglaubliche Reise in die Vergangenheit, die wir so noch nie erlebt haben und definitiv der beeindruckendste Lost Place den wir je erkundet haben.
Sorry für den langen Text, aber es gibt so viel Geschichte zu erzählen.
Vulkanlandschaft in der Auvergne
Der Orkan tobt. Im Südwesten Frankreichs gab es einen heftigen Sturm. Hunderttausende Haushalte hatten keinen Strom mehr. Es galt die höchste Unwetterwarnstufe. Starker Wind und Überschwemmungen, zahlreiche Bäume wurden entwurzelt. Wegen der starken Regenfälle gab es viele überflutete Straßen. Das Fahren abseits befestigter Wege auf den aufgeweichten Böden war nicht möglich.
Nach dem Regen kam der Sturm. Heftige Böen in Narbonne mit teilweise orkanartigen Ausmaßen.
Gleich am Morgen fahren wir weiter in die Camargue.
Schöne, weitläufige Strände, die besonders im Sommer Heerscharen von Touristen anziehen.
In den Sommermonaten ist in der Camargue mit einer starken Stechmückenplage zu rechnen, da das feuchte Gebiet des Rhone-Deltas den Insekten ideale Lebensbedingungen bietet.
Die Camargue ist ein echtes Vogelparadies. Die größte Flamingokolonie Europas lebt in der Camargue. Die weißen Pferde in der Camargue gehören zu einer seltenen Pferderasse, die nur in der Camargue vorkommt. Sie sind eine der ältesten Pferderassen der Welt. In freier Wildbahn sieht man die Camargue-Pferde kaum noch.
In der Camargue ist Wildcampen wegen des Naturschutzgebiets streng verboten. Viele Strandparkplätze sind höhenbeschränkt.
Das Vanlifen an den europäischen Küsten ist aufgrund zunehmender Regulierungen schwieriger geworden. Die Küsten sind total zugebaut, das verbliebene ist verbarrikadiert.
Wir genießen die Natur im Luberon. An die Schüsse haben wir uns schon gewöhnt, wenn wir spazieren gehen. Oft schon früh morgens sind die Jäger zu hören. Wir wechseln ein paar nette Worte und jeder zieht seines Weges. Einige der Jagdhunde versuchen in unser WoMo zu springen. Die Jagdhunde sind sehr freundlich und gutmütig. Jagdhunde in Frankreich wechseln oft die Autos und werden von verschiedenen Jägern transportiert. Das hängt eng mit der traditionellen Form der Jagd zusammen. Bei der Hetzjagd werden oft große Meuten eingesetzt. Diese Hunde gehören nicht zwingend einem einzelnen Jäger, sondern einer "Equipage" (einer Jagdgemeinschaft).
Ein verlassenes Hotel an der Côte d'Azur
Ein illegal gebautes Luxus-Hotel, das nie ganz fertiggestellt wurde. Das Hotel wurde von russischen Eigentümern betrieben. Das Hotel steht seit ca. 6 Jahren leer, wurde zwangsgeschlossen und ist jetzt vermutlich Staatseigentum.
Mitarbeiter von der Stadt haben sich die Gebäude des Hotels angeschaut, der Müll war in Behältern gesammelt. Vielleicht wird das Hotel wieder gerichtet. Wir denken, das Gebäude ist aufgrund der schweren Schäden kein sanierungswürdiges Projekt.
Toben am Strand macht hungrig.
Und so saßen sie später zufrieden im Womo und verspeisten fröhlich den Rest des Mittagessens, das wir für sie eingepackt hatten :o)
Der Tag startet sonnig und mit Kaffee…
Für den Rückweg nehmen wir diesmal die landschaftlich schöne Route über den Lago Maggiore.
Italiens Straßen werden ja sehr dicht überwacht. Ein wachsendes Phänomen ist die Videoüberwachung auf Wanderwegen.
Hier hing allerdings nur das Schild zur Abschreckung ohne sichtbare Kamera ;o)
Seid gespannt auf das Video!