Fuego del Norte Unterwegs

Das Vogtland

Wir genießen die Ruhe des Fränkischen Waldes, zwischen alten Bäumen und weichen Waldwegen. Manchmal braucht es nicht mehr als einen stillen Weg und die Geräusche der Natur.

Das Vogtland ist eine tolle Mittelgebirgslandschaft, die sich über Sachsen, Thüringen, Franken und Tschechien erstreckt.

Ein schönes Erlebnis hatten wir vor einem Supermarkt. Ein Jungvogel saß im Gebüsch und rief nach seiner Mutter. Eine dreiviertel Stunde lang haben wir den Vogel beobachtet. Die Singdrossel auf dem vielbefahrenen Supermarkt flog auf die Scheibenwischer unseres Campers. Wir haben den jungen Vogel in einem Tuch auf einen nahegelegenen Baum gesetzt und gewartet. Es war ein toller Moment zu sehen, wie sich der kleine Vogel und seine Mama wiedergefunden haben.


Im Wald findet man die ersten Heidelbeeren

Steinbruch Häuselohe

Ein frei zugänglicher Steinbruch mit alten Maschinen und einem unter Wasser stehenden Abbaugebiet. Hier wurde zwischen 1898 und 1976 Granit abgebaut. Heute ist das Abbaugebiet ein idyllischer See.
Aus aktuellem Anlass :o)

Eine verlassene Fabrik in Tschechien.

Die Gebäude sind schon entkernt.

Hier geht es in die DDR :o)

Die verlassene Gaststätte mit Übernachtungsmöglichkeit.

Kaum zu glauben, dass hier einmal das Leben pulsierte. Diese verlassene Gaststätte steht seit über 35 Jahren leer - und mit jedem Jahr holt sich die Natur ein weiteres Stück zurück. Doch seine Geschichte begann ganz anders. Ursprünglich war das Gebäude eine Gaststätte, in dem unzählige Menschen ihren Urlaub verbrachten. Nach der Wende sollte es an alte Erfolge anknüpfen. Doch dazu kam es nie. Nach einem Konkurs schlossen sich die Türen für immer.

Heute sind die Flure verlassen und die Zimmer leer. Wo früher Urlauber ein- und ausgingen, hört man heute nur noch das Knarren alter Türen und den Wind, der durch die zerbrochenen Fenster zieht.

Das Interieur scheint der Zeit etwas entrückt. Der Zustand dieser Gaststätte ist insgesamt mehr als bedenklich. Ein muffiger Geruch zeugt von eingedrungener Feuchtigkeit. Der Boden ist an einigen Stellen sehr weich und nachgiebig, wir bewegen uns dementsprechend vorsichtig. Damals gab es in der DDR viele Ausflugslokale mit Übernachtungsmöglichkeit. 

In Bad Brambach schauen wir uns eine verlassene Textilfabrik an. Das Gebäude aus den 1920er Jahren ist wegen der großen Webhallen und der teils noch vorhandenen alten Einrichtung sehenswert. Bad Brambach ist halb ausgestorben, selbst der Bahnhof ist verlassen.

Die Kantine mit Speisesaal

Die Göltzschtaleisenbahnbrücke

Die Göltzschtalbrücke ist die größte Ziegelstein-Brücke der Welt. Das Fundament ist 20 Meter tief.

Das verlassene Waldbad

Wenn wir schon mal in der Nähe sind, nehmen wir verlassene Orte gern mal mit. Das direkte Parken vor einem Lost Place verstößt gegen die wichtigste Urbex-Regel. Aber manchmal siegt auch Dreistigkeit ;o)

Direkt neben dem Parkplatz befand sich das verlassene Freibad. Versteckt liegt es hinter Bäumen. Früher war es sicher einmal sehr beliebt. 

Der historische Sprungturm im Originalzustand, dessen Bausubstanz aus den 1960er Jahren stammt.

Der vertraute Trubel aus Kindergejuchze und Planschen scheint leise aus der Vergangenheit zu schallen. Ein paar Ecken weiter ein Imbiss, der dem Verkauf von Essen und Trinken gedient hat. Wir müssen an unsere Tüten Pommes mit Ketchup denken, die wir uns immer so gern als Kind im Freibad geholt haben. Erinnerungsgefühle, wie man über die nassen Fliesen tapste und dem klaren Wasser des Schwimmbeckens vermischen sich mit grünen Becken von heute. Wir lassen ein Stück Kindheitsgefühle hinter uns.

Das Hallenbad wurde 2005 geschlossen und ist videoüberwacht. Das Freibad ist seit dem Jahr 2022 geschlossen. Der Pavillon stammt noch aus den 1920er Jahren. 

Gern hätten wir die Hunde vom Sprungbrett springen lassen und ein paar Runden drehen und danach auf der Wiese rennen lassen, bis sie getrocknet sind.

Temperaturen um die 19 Grad im Juli sind nicht gerade Freibadwetter, aber perfekt zum Wandern.

Ausgehend vom Waldpark Grünheide erreicht man auf einem gut ausgeschilderten Wanderweg nach ca. einem Kilometer das Hochmoor bei Grünheide. Über schmale Stege und Holzbohlen gelangt man zum idyllischen Vogtlandsee. Um den Stausee gibt es einen schönen, knapp 3 Kilometer langen Rundweg. Nach der Wellnessbehandlung brauchten unsere Moorhühner eine schnelle Dusche.

Lia bei der Wellnessbehandlung :o)

Der Röthelstein ist ein markanter Quarzfelsen bei Beerheide. In dieser Region gibt es zahlreiche Wanderungen.

 

Die Küche ist vielseitig. „Kartoffelpuffer“ sind regionale Klassiker, die man unbedingt probieren sollte. Süß mit warmen Heidelbeeren oder herzhaft mit Leinöl und Salz.

Die verlassene Landmaschinenfabrik

Wir haben selten so einen spannenden Lost Place erlebt. In der verlassenen Landmaschinenfabrik gibt es kaum Graffiti und tatsächlich noch den Urzustand seit der Stilllegung. Das Gebäude ist riesig. Nach der Wende wurde die Fabrik vom Urenkel übernommen, wurde jedoch 2012 endgültig still gelegt. Seitdem ist die Landmaschinenfabrik ein verlassener Ort. Als wir die erste Halle betreten, sind wir von der Größe beeindruckt.

Die Fabrik ist riesig und bot überraschend viele Motive.

In dem Verwaltungsgebäude war noch die Originaleinrichtung mit DDR-Inventar vorhanden. Eine faszinierende Zeitkapsel, in der die Zeit regelrecht stehen geblieben ist.

Ein original eingerichtetes DDR-Büro mit schlichten Holzmöbeln und einer Optima-Schreibmaschine

Das sind Kunstblumen, die echt aussehen!

Wir konnten nicht viel über diese verlassene Industrie herausfinden. Es war trotzdem ein interessanter Besuch.

Stege springen macht Spaß

Die Menschen in Ostdeutschland schätzen den direkten Austausch und sind sehr kontaktfreudig. Es gibt eine vorbildlich saubere Infrastruktur, selbst auf den Wanderwegen gibt es überall Mülleimer, während bei uns öffentliche Mülleimer abgebaut werden, nach dem Prinzip, dass man seinen Müll dann wieder mitnimmt. 

Es gibt viele Campingplätze auf Privatgrundstücken mit oft nur 1 bis 3 Stellplätze ab ca. 20 Euro die Nacht. Wir stehen auch oft auf Wanderparkplätzen zum Übernachten.

Man findet hier unberührte Natur, historische Altstädte und schöne Wanderwege.

Das Olivenöl wurde nach ihr benannt :o)